Die internen Koalitionsabsprachen vom November 2005 zu den Kürzungen der Regionalisierungsmittel werden in der Kabinettsvorlage für den 22. Februar konkretisiert. Danach kommt es bereits ab 2006 und Jahr für Jahr zu zusätzlichen Kürzungen bei den Regionalisierungsmitteln – bis 2009 um 2,3 Milliarden Éuro. Das ist ein Drittel der noch 2005 an die Bundesländer ausgereichten Mittel in Höhe von 7,1 Milliarden Euro. Diese Kürzungen müssen zu einer erheblichen Reduktion des Angebots im Nahverkehr und zu einem Abbau der Fahrgastzahlen führen. Die logischen Folgen sind:
Die Kürzung der Regionalisierungsgelder muss sich direkt im Ergebnis der DB AG niederschlagen. 2004 wies die DB AG einen Gewinn von 253 Millionen Euro aus. Die Nahverkehrstochter DB Regio konnte allein einen Gewinn von 424 Millionen Euro verbuchen. Sie trug also – zusammen mit dem Straßenbereich von Schenker-Stinnes - wesentlich dazu bei, die Verluste des Fernverkehrs und des Güterschienenverkehrs (Railion) zu auszugleichen bzw. den zitierten Gesamtgewinn zu erreichen.
Die Kürzungen der Regionalisierungsmittel
machen einen großen Teil der behaupteten „haushalterischen Effekte“,
die laut dem neuen Bahngutachten von Booz Allen Hamilton der Bahn-Börsengang
bringen soll, zunichte. Damit zeichnet sich ab, dass die Bundesregierung
die Bahn im Rahmen des anvisierten Börsengangs aufspalten und in getrennten
Häppchen verkaufen will.
Wir betonen ein weiteres Mal: Jede Art
eines Verkauf des Bundeseigentums Deutsche Bahn AG an private „Investoren“
wird zu einem weiteren Rückgang der Schiene als umweltfreundlichem
Verkehrsmittel führen. Die sich abzeichnende Aufspaltung der Bahn
im Rahmen dieser Ausverkaufspolitik wird diese negativen Tendenzen noch
verstärken.
BsB-PE 02/06 vom 21. 2.2006 – V.i.S.d.P.:
Winfried Wolf
www.buergerbahn-statt-boersenbahn.de